Egersdörfer & Filsner - Kabarett und Tuba

MARKTHEIDENFELD, 04. Oktober 2014

(Text: Martin Harth, Main-Post)


Hochamüsanter Choleriker Männerabend mit einem Mittelfranken: 150 Gäste sahen Kabarett mit Egersdörfer & Filsner

 

Aus Fürth hatte er sich auf den Weg an den Main gemacht, der Matthias Egersdörfer. Und so stand er auf Einladung der Martinsbräu am Samstagabend auf der Bühne des Marktheidenfelder Pfarrheims St. Laurentius, wie man ihn so aus dem Fernsehen kennt: Halbglatze, Backenbart-Koteletten, rotes Hemd und ein etwas zu klein wirkender, dunkler Anzug. Vor ihm war schon der stoisch wirkende Partner Heinrich Filsner mit seiner leicht verbeulten Tuba vor die gut 150 Gäste getreten.

Er gab so etwas ab wie das "Nummerngirl" im Programm und sorgte mit kurzen Musikeinlagen für die Gliederung des Egersdörferschen Männerabends – so behände und melodiös wie das Spiel auf den tiefsten Instrument eines Blasorchester eben nur sein kann. Ganz in männlicher Pose verständigt sich Filsner nur über ernste Blicken mit seinem Bühnenpartner und als dem Stummen beim volkstümlichen Abgesang am Ende des langen Kabarettabends doch tatsächlich ein Wort entfuhrt, da jubelte das Publikum begeistert auf: Er redet doch, der Filsner!

"Gut'n Obend!" begrüßte der Mittelfranke Egersdörfer kurz und schon ging's dahin in seine Welt voller skurriler Geschichten. Der Fürther versteht sich trefflich auf das Improvisieren, wenn er sich schnell einmal einen aus dem Publikum vornimmt. Es wurde frei Leber mittelfränkisch schwadroniert und die cholerischen Brüllanfälle des Kabarettisten ließen das Publikum amüsiert aufschrecken.

Vor diesem stand die Kunstfigur jenes vulgären Spießers und Kleinbürgers, der mit Lust und aller Macht jegliche Grenzen politischer Korrektheit sprengt. Mit Vergnügen wurde jedem das aufgedrängt, was so gerade in die Kopf zu kommen schien. Da konnten man nur staunen, dass das Ganze bisweilen völlig bizarre, ja märchenhafte Züge annehmen konnte, freilich Züge eines sehr boshaften Märchens. Der Grad, auf dem Egersdörfer meisterlich zu wandeln versteht, ist schmal zwischen distanziertem wie schenkelklopfendem Lachen und dem ernsthaftem Erschrecken, wenn man(n) sich selbst ein wenig auf der Bühne wiederfindet.

 

So führte Egersdörfer nach dem chinesischen N-17-Menü mit einem träge machenden Nachtisch zu einem Abend in Marktheidenfeld, von dem man sich nicht so viel erwarten solle und den man irgendwie schon rumbringen werde. Langeweile war das Problem Egersdörferscher Kindheitstage. Wie haben ihn seine Eltern genervt, wenn sie ihm rieten, anstatt sich zu langweilen, das Zimmer aufzuräumen – die "selben Haubentaucher wie ihr im Publikum!"

 

Die humoristische Drohung, dass sein Programm nach der Pause nur noch schlimmer werden könne, machte Egersdörfer tatsächlich wahr und schilderte ausführlich seinen "Magenwind", der zur Fußball-WM 2006 ein halbes Wohnviertel kontaminierte. Das Modehaus Gramp in Lauf an der Pegnitz mit der legendären Kinderrutsche aus den Kindheitstagen gehört längst schon vergangenen Zeiten an. Wenn nun aber der Karstadt in Nürnberg mit seiner überbordenden Alkohol-Abteilung auch noch dicht gemacht wird, dann will Egersdörfer in silbernen Presssack-Leggings und grünen Flip-Flops dagegen protestieren. "Und schön wird das nicht!" Am Ende des abstrusen Solos ging's zurück in den Mutterleib, zu den ersten Erfahrungen mit den beiden Vollpfosten, die dich als Baby saubermachen, und zur Oma, die schon immer wusste, wie's im Leben einfach zugeht.

 

Martinsbräu

Als regionale Familienbrauerei ist uns der verantwortungsbewusste Umgang mit alkoholhaltigen Getränken und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen ein besonderes Anliegen.

Die folgenden Seiten enthalten Werbeinformationen zu alkoholischen Getränken. Wir bitten Sie daher vor Betreten unserer Website zu bestätigen, dass Sie über 16 Jahre alt sind oder Sie informieren sich über unsere alkoholfreien Getränke. Vielen Dank.

 

Sind Sie über 16 Jahre alt?